Aufgrund der Lebenssituation der Kinder richten wir unsere pädagogische Arbeit nach dem teiloffenen Konzept aus. Wir bedenken dabei, dass Kinder bereits von Geburt an aktive und kreative Gestalter ihrer eigenen Entwicklung und ihrer Beziehung zur Umwelt sind.

Dieser Auffassung folgend, richten wir unsere Aufmerksamkeit auf die vielfältigen Potenziale und Wege der Kinder beim Forschen und Entdecken der Welt. Darum bieten wir ihnen Selbstverantwortung für ihr Lernen. Sie können mit mehr Eigenständigkeit ihre Ich-, Wir- und Sachkompetenz ausbilden und gleichzeitig zu ihrer individuellen Weiterentwicklung finden.


Ein wichtiger Punkt ist die Partizipation. Wir Erzieherinnen wollen die Meinungen, Ansichten und Wahrnehmungen der Kinder ernst nehmen und sie als Partner akzeptieren.

Damit Kinder autonom und kompetent in ihrem Denken und Handeln werden, sollen sie bei uns im Rahmen ihrer Fähigkeiten mitplanen,  mitdiskutieren und mitentscheiden.

Kinder, die Partizipation als etwas Selbstverständliches erleben, erwerben Haltungen und Fähigkeiten, die später Grundlage für soziales und politisches Interesse, für Verantwortungsbereitschaft sowie kreative und konstruktive Konfliktlösungsfähigkeit bildet.

Kinder können mittels verschiedener Methoden beteiligt werden.
Bei uns werden die Kinder mit einbezogen, in dem wir sie z.B. bei Umgestaltungen, Themenabsprachen mitentscheiden lassen. Die Entlassungskinder planen und organisieren das Programm bei Festen, Feiern und Aktivitäten.
Partizipation bedeutet aber auch, bei Konflikten selbständig Lösungen zu finden. Wir wissen, dass Kinder an ihren Aufgaben wachsen. Sie stärken ihr Selbstwertgefühl, ihre Kommunikationsfähigkeit und ihr Verantwortungsgefühl, wenn sie selbstbestimmend wirksam werden können. Deshalb sind wir auf dem Weg, die Kinder noch mehr in diesem Bereich zu unterstützen und zu motivieren. Die Kinderechte sind hierbei auch ein wichtiger Bestandteil.
Auch bieten wir Möglichkeiten zur Selbstentfaltung durch unsere Raumgestaltung, die dazu beiträgt, Bewegungs- und Entscheidungsräume zu erweitern.

Unterstützend finden sowohl freie als auch angeleitete Angebote statt. Die Angebote richten sich nach den Bedürfnissen der Kinder. Sie dienen als Anregung und zur selbständigen Weiterführung.


Als sicherer Ausgangspunkt für die Entdeckung der Umgebung und der kindlichen Fähigkeiten gibt es drei feste Gruppen, die Igelgruppe, die Schmetterlingsgruppe und die Bärengruppe, in die insgesamt 68 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren aufgenommen werden können.

Dort treffen sich die Kinder und Erzieherinnen zum Morgen- und Mittagskreis und zu anderen gruppeninternen Aktivitäten (Geburtstag, Verabschiedung…). Den Vormittag über haben die Kinder Gelegenheit, ihre Zeit nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Hierbei entscheiden die Kinder selbst, wo, mit wem und wie lange sie spielen möchten oder ob sie ins „Freispiel“ oder in ein von einer Erzieherin begleitetes Angebot gehen wollen.
Hier ist Kommunikation zwischen den Kindern gefordert, z.B. beim Spielpartner suchen oder Konflikte lösen.
In der Zeit des Freispiels ziehen wir Erzieher uns eher zurück, sind Beobachter, aber für die Kinder da, sei es als Gesprächspartner, Spielpartner, Begleiter oder als Tröster.

 

Aus unserem schon beschriebenen Menschenbild ergibt sich eine Richtschnur, die aussagt, dass der Mensch für sich und seine Mitmenschen Verantwortung trägt. So wie es in unserer Kita einen Freiraum für die individuelle Gestaltung des Tagesablaufs gibt, muss es auch Regeln und Grenzen geben, an die sich alle Beteiligten halten.

Sie geben allen einen festen und verlässlichen Rahmen für den Alltag. Dabei ist es uns wichtig, dass es möglichst wenige, dafür aber klare und für die Kinder nachvollziehbare Regeln gibt. Dies ist die Basis für gegenseitiges Vertrauen und die Gleichberechtigung der Bedürfnisse aller. Dadurch soll den Kindern vermittelt werden, dass wir eine große Gemeinschaft sind und zusammengehören.